In Musik und Tanz personifiziert Le Sacre du printemps seit seiner Uraufführung 1913 den Bruch gängiger Konventionen. Stravinskys eigene zwei-Klaviere-Transkription des zukunftsweisenden Werks erklingt neben La Valse – Ravels musikalischer Revue der im Ersten Weltkrieg zerfallenden Wiener Monarchie und zugleich fantastisch-tödlichen Apotheose des Walzers. Dem gegenüber steht die 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg entstandene Sonate für zwei Klaviere von Paul Hindemith, in deren Recitativo-Teil die Zeilen Of this worldes joie, hou hit goth al to noth einer mittelalterlichen englischen Ballade zu hören sind.
Zwei Tänzerinnen bewegen sich wie schwerelos, an Seilen hängend, öffnen den Raum in die Vertikale. Bild um Bild handeln die Bewegungen und Klänge von den Metamorphosen, zwischen Tod und Wiedergeburt, Vergangenheit und Zukunft.
Freitag 3. Oktober 2025 - 20:00 Uhr
Samstag 4. Oktober 2025 - 20:00 Uhr
Rebekka Gather • Choreografie, Vertical Dance
Laetitia Kohler • Vertical Dance
Kirill Zvegintsov & Leonhard Dering • zwei Klaviere
Paul Hindemith | 1895-1963
Sonate für zwei Klaviere | 1942
Maurice Ravel | 1875-1937
La Valse – poème chorégraphique für zwei Klaviere | 1906/20
Arrangement des Komponisten
— PAUSE —
Nikolai Korndorf | 1947-2001
Wiegenlied für zwei Klaviere | 1984
Igor Stravinsky | 1882-1971
Le Sacre du printemps für Klavier zu vier Händen | 1913
Arrangement des Komponisten