Beats & Clouds

Der Abend beginnt mit einer musikalischen Expedition durch die Kleine Magellansche Wolke. In Raphaël Languillats „SMC (Clouds)“ verschmelzen Cello, Klavier und Elektronik und übertragen verschiedene Parameter des himmlischen Objekts in ein klingendes Szenario. Galina Ustvolskayas „Grand Duet“ kontrastiert dazu als musikalische Wüstenerfahrung – karg und intensiv. Aus den vorgefundenen Texturen flicht Lorica in seinen elektronischen Akzenten neue, organische Klangverbindungen, die er symbiotisch in das Programm fügt.

Werke von Raphaël Languillat, Galina Ustvolskaya, Marco Ramaglia & Iris Werhahn und Lorica.

Koto & Taiko

Hanami – Zur Zeit der Kirschblüte begegnen sich in diesem Naxos Hallenkonzert zwei international herausragende Solist:innen der japanischen Musik: die Koto-Spielerin Naoko Kikuchi und der Taiko-Künstler Takuya Taniguchi. Gemeinsam gestalten sie ein ausdrucksstarkes Programm zur Feier des Frühlings. Zum Ausklang gibt es im Foyer japanische Petit Fours, Matcha-Tee und Sake.

Werke von Eitetsu Hayashi, Takuya Taniguchi, Kengyo Yoshizawa, Tadao Sawai und Klaus Lang.

re:cord

Das Duo re:cord betrachtet im Tandem mit der Schauspielerin Birgit Heuser die nichtlinearen Bezüge zwischen Mittelalter, Renaissance, Barock und Gegenwart. Es geht dabei um die Balance zwischen Verlangsamung und Beschleunigung, die Verbindung zum Planeten Erde und, ausgehend vom Motiv der Schildkröte – um die Themen Gelassenheit, Beharrlichkeit, Langlebigkeit.

Werke u.a. von Hildegard von Bingen, Guillaume de Machaut, Tarquinio Merula, Georg Philipp Telemann, Luciano Berio, Wolfram Schurig, Chikage Imai.

Materia Magica

Der sardische Perkussionist Stanislas Pili aus Bern präsentiert eine eklektische Klangerzählung zwischen akustisch verstärkten Objekten des Alltags, Perkussionsinstrumenten, der menschlichen Stimme und Performance-Techniken des Musiktheaters: Spielplan manipuliert u.a. Uhren, Lineale und Ketten derart, dass sie eine intime Klanglandschaft erzeugen. In Trama wird der Percussionist zum Magier, der sich im Zauberspruch seiner Stimme in Interaktion mit Schlagzeug-Klängen verfängt. Pilis eigenes Werk Regime orizzontale entwickelt zwischen Stereo-Panning-Effekten und Präparationen der Großen Trommel die klingende Choreographie eines Sturms.

Vor und nach dem Konzert — In der Klanginstallation Materiale (2023) erzeugen die Bewegungen einer mit Sand präparierten, durch tiefe Frequenzen und Licht bestrahlten Leinwand kontinuierlich visuelle und klingende Reflexionen.

Liebesdisziplin & Freiheit

Dieses Naxos Hallenkonzert fokussiert zwei in Hessen lebende hochkarätige Musiker:innen und ihre Instrumente: Kontrabass & Viola da Gamba, gespielt von Rebecca Lawrence und den Violoncellisten Jan-Filip Tupa. Die täglichen Übungen, Studien aus mehreren Jahrhunderten und Improvisationen treffen sich im Programm auf spielerische Weise. Sie werden in der Naxoshalle zu Stationen einer nicht-linearen Erzählung, zu Ankerpunkten einer frei improvisierten Expedition von Frühklassik zur Moderne, zwischen Pflichterfüllung und Freiheit, vergeblichem Perfektionsstreben und Fantasie.

kolloid | penumbra

Mit Fokus Percussion begegnen sich im Naxos Hallenkonzert zwei innovative Projekte: Während „Penumbra“ unter Verwendung von Drums, Spinett, Syntheziser und Electronics verschiedene Strömungen und Praktiken in der Klangerzeugung synthetisiert, kombiniert „Mechanical Reproducions“ Musik, Technologie und visuelle Kunst. Beide Projekte finden durch die technologische Erweiterung der menschlichen künstlerischen Möglichkeiten zu einer innovativen Klangsprache und erzeugen an der Schnittstelle zwischen Komposition und Improvisation spannende Fusionen.

IEMA auf Naxos V

Zum fünften Mal in Folge freuen sich die Naxos Hallenkonzerte auf die Kooperation mit der Internationalen Ensemble Modern Akademie, die jährlich hervorragende junge Musikschaffende aus der ganzen Welt nach Frankfurt einlädt und sie im Bereich der zeitgenössischen Ensemblemusik weiterbildet.

Last Day of Spring

In seinem Debütalbum „Last Day of Spring“ präsentiert der ukrainische Jazz-Klavieviruose Vitalii Kyianytsia sieben Eigenkompositionen, ergänzt durch Stücke von Schlagzeuger Mathias Ruppnig und Bassist Johannes Fink. Zwischen Freiheit und Struktur hält das Trio die Balance perfekt und beeindruckt mit harmonischer Raffinesse und opulenten Melodien. Kontrastiertend dazu steht die Musik der Künstlerin Tomoko Sauvage, die zwar Jazz-Klavier in New-York studierte, sich seit ihrer Rückkehr nach Paris aber der Entwicklung eines „natürlichen Synthesizers“ widmet: mit Wasser, Keramik und Unterwasser-Mikrofonen erschafft sie unerhörte Klangwelten, die gleichzeitig rituelle und spielerische Gesten, Improvisationen mit der Umgebung und die Verwendung des Zufalls als Kompositionsmethode beinhalten.

Coloana Infinita – 100 Jahre Ligeti

Die drei Bücher der Études pour piano von György Ligeti erklingen anlässlich seines 100. Jubiläums: Der 2006 verstorbene Komponist zählte zu den prägendsten Persönlichkeiten der Musik nach 1945 und auch in der Gegenwart strahlt sein Schaffen große Präsenz aus. Unter seinen Klavierwerken faszinieren besonders die Etüden, die zu den herausforderndsten ihresgleichen zählen: Zehn Finger müssen bspw. gleichzeitig bis zu sieben verschiedene Stimmen spielen, das Instrument in eine akustische Endlostreppe verwandeln, oder „so schnell wie möglich (bzw. noch schneller)“ spielen. Gerahmt wird das Konzert durch eine Einführung und ein anschließendes Interview mit Thomas Hell, der zu den wenigen Pianist:innen mit den kompletten Ligeti-Études im Repertoire zählt.

Sincronie. Fabrik Quartet

Das Frankfurt-basierte Fabrik Quartet widmet sich intensiv der Verbreitung des zeitgenössischen Repertoires. Die Musiker:innen formierten sich aus den Reihen der IEMA 2021/22 neu zum Streichquartett, haben bereits etliche internationale Wettbewerbe gewonnen und treten in ganz Europa auf. Im Programm dieses Naxos Hallenkonzertes stehen u.a. das Quartett „im Andenken“ (2007) von Sarah Nemtsov, die deutsche Erstaufführung eines Werkes des valencianischen Komponisten José Luis Escrivà Córdoba und das erste Streichquartett von Rebecca Saunders. Titelgebend ist Luciano Berio Quartett Sincronie (1968).