Modular Landscapes

Im Fokus steht ein Acousmonium – eine orchestral angeordnete Landschaft aus Lautsprechern. Akusmatische Klänge bewegen sich mehrdimensional im Raum, ohne dass sich ihre Quelle identifizieren lässt. Ergänzt durch live-Sets auf Modular-Synthesizern und Field-Recordings bringt das Programm akademisch ausgebildete Komponist:innen und Künstler:innen des elektronischen Undergrounds aus Frankreich und Deutschland zusammen und eröffnet ein immersives Hörerlebnis zwischen Kunstmusik und elektronischer Improvisation.

Modular Landscapes entsteht als Austauschprojekt zwischen den Naxos Hallenkonzerten und dem elektronischen Festival Ondes Croisées in Chalon-sur-Saône, Frankreich – ermöglicht u.a. dank der Förderung des Fonds Impuls neue Musik.

BESETZUNG
Qingqing Teng - Elektronik
Armando Balice - Elektronik
Marc Behrens - Elektronik
Raphaël Languillat - Elektronik
Hsin Hsuan Wu - Schlagzeug
Emma Terno - Tanzperformance

Acousmonium © Juliette Tixier

Ephemeral Fragments

Aus flüchtigen Klangpartikeln, die sich für Sekunden formen und dann wieder zerfallen, wächst dieses Naxos Hallenkonzerts an der Schnittstelle von Komposition, Klangforschung und improvisierter Kammermusik. Zwischen hybriden Farbmischungen, subtilen Geräuschnuancen und berührend melancholischen Momenten erzeugt das Trio Ephemeral Fragments einen dichten, präzise kontrollierten Gesamtklang, durchsetzt von einzigartigen solistischen Positionen. Im Dialog kontrastiert dazu ein Live-Set für EMS-Synthesizer des Komponisten Florian Zwißler.

BESETZUNG

Ephemeral Fragments
Emily Wittbrodt – Cello
Florian Walter – Tubax, Hechtyphon
Korhan Erel – INA/GRM Atelier, Chromaplane, Strega

Florian Zwißler – EMS-Synthesizer, Modular-Synthesizer

Ephemeral Fragments  © Niklas Weber
Florian Zwißler © Florian Zwißler

Cold Trip / Winterreise

Was erzählt der Winter über den Zustand der Erde? Ohne Perspektive auf ein Zurück folgt die Winterreise dem Weg hinaus in eine lebensfeindliche Umgebung. Der Mensch war gezwungen, sein bisheriges Leben zu verlassen. Liebe, Hoffnung und Zukunft sind vorbei, flackern nur noch in Erinnerungen auf. Aufbegehren und Zorn weichen Ohnmacht und Resignation. Heute steht der Rückgang von Schnee und Eis als ein sichtbarer Abschied vom bisherigen klimatischen Gleichgewicht, symbolisiert die Auswirkungen des Menschen und die immer drängender werdenden Zukunftsangst vor dem Verlust des eigenen Zuhauses.

BESETZUNG

Viktoriia Vitrenko - Sopran
Maja Bader - Sopran
Leonhard Dering - Klavier

Ivana Mitrić - Erzählerin

PROGRAMM

Bernhard Lang - The Cold Trip II (2014/15) für Klavier, Laptop & Stimme, nach Schuberts Winterreise
Franz Schubert - Winterreise D. 911 (1827)
Anna Kavan - Ice (1967) Auszüge aus dem Roman

Viktoriia Vitrenko - © Oliver Röckle
Leonhard Dering & Maja Bader - © Willa Ellafair Folmar

Out of my head

Wir entfernen uns zunehmend von unseren Gefühlen, überhören die Stimmen in unserem Inneren und suchen Antworten im Außen, als lägen sie irgendwo weit entfernt. Doch was wäre, wenn wir den Mut fänden, über den reinen Verstand hinauszugehen – und die Welt, innen wie außen, mit offener Neugier zu betrachten? Vielleicht würden wir entdecken, wie viele Stimmen darauf warten, gehört, angenommen und zum Leben erweckt zu werden. Wie klingen sie? Und wie klingt die Angst, die sie unterdrückt? Inspiriert an William Blakes Gedicht Garden of Love (1793) sucht das Naxos Hallenkonzert in zeitgenössischen Werken für Oboe solo nach Antworten. Videokunst erweitert und verstärkt die Wahrnehmung.

BESETZUNG

Patrícia Pinheiro - Oboe & Elektronik
Chiara Stuto - Video & Bühnenbild

PROGRAMM

Werke für Oboe solo, live-Elektronik & Tape:

Alyssa Moris
Ruminations | 2022

Diana Syrse
Asylum | 2015

Mary Jane Leach
Xantippe’s Rebuke | 1994

Jacob Ter Veldhuis
Garden of Love | 2007, nach einem Gedicht von William Blake

Videostills: © Yannic Borchert

Mystic Numbers

Als eine der septem artes liberales holt sich die Musik seit dem Mittelalter immer wieder Inspiration an mathematischen Verhältnissen – hinsichtlich rhythmischer Proportionen, intervallischer Kombinationen und Stimmführung. Dabei verstärkt die Musik die mystische Bedeutung der Zahlen. Beispielhaft resonieren im Programm Werke der Renaissance zwischen 1400-1600, u.a. von Alexander Agricola, Johannes Ciconia, John Baldwin, Hayne van Ghizeghem – in Auseinandersetzung zu Komponistinnen der Gegenwart, Arevik Beglaryan, Sofia Gubaidulina, Kaija Saariaho, Caroline Shaw. Anhand Musik, Mathematik und Kerzenschein sucht dieses Naxos Hallenkonzert zum Jahresausklang 2025 nach einer Erfahrung der harmonia mundi, einer Welt in Harmonie.

BESETZUNG
Trio Evviva! | Anouk Krüger, Jasmin Röder, Sina Bayer – Renaissance-Flöten
Sophie-Justine Herr – Cello solo

PROGRAMM
Renaissancewerke, arr. für Flötentrio von Johannes Ciconia (~1370–1412), Christoher Tye (1505–72), Elway Bevin (1554–1638), John Baldwin (1560–1615), Francisco de la Torre (ca. 1510), Nathaniel Giles (1558–1633), Hayne van Ghizeghem (1445-72), Alexander Agricola (1445-1506), Baccio Fiorentino (1474-1539), Thomas Woodson (?-1605), Vincenzo Ruffo (1508-87).

Cello-Solowerke von Sofia Gubaidulina: Preludes (Auswahl), Kaija Saariaho: Sept Papillons, Anna S. Þorvaldsdóttir: Transitions, Caroline Shaw: in manus tuas.

Sophie Herr © Sophia Hegewald
Trio Evviva! © Hansjörg Rindsberg

Torupill / Scrapyard

Im 91. Naxos Hallenkonzert debütiert das Ensemble New Music Tallinn (ENMT) in Frankfurt am Main mit der Visitenkarte seiner beiden Gesichter – einerseits dem mit der avantgardistischen zeitgenössischen Musik verbundenen und andererseits dem in der performativen elektronischen Musik experimentierfreudigen:

Teil 1 - Die Sackpfeife Torupill ist für ihren charakteristischen Klang und ihre kulturelle Bedeutung in Estland bekannt. Jede Sackpfeife hat spezifische Intonationen und Klangfarben. Das ENMT hat fünf Komponist:innen mit unterschiedlichen stilistischen Ansätzen zu Mikrointervallen eingeladen, neue
Ensemblewerke zu schreiben, dabei die akustischen und psychoakustischen Eigenschaften zum Einsatz der Torupill zu untersuchen und daneben neue Perspektiven der Kombination mit Mikrointervallen zu entdecken. So entsteht ein avantgardistischer Bezug zum traditionellen Instrument.

Neue Werke für Torupill & Ensemble (2025) von Justina Repeckaite, William Dougherty, Arash Yazdani, Liisa Hirsch und Klaus Lang.

Teil 2 - Das ENMT präsentiert eine besondere Performance: Die Scrapyard-Series wurden 2020 ins Leben gerufen mit dem Ziel, die zeitgenössische Musik mit verschiedenen anderen Medien zu fusionieren, wobei eine Mischung aus DIY, Lo-Fi und klassischer Neuer Musik entsteht. Neben erweiterten Instrumentaltechniken spielen bei der Präsentation choreografische und visuelle Elemente eine zentrale Rolle.

BESETZUNG
Ensemble New Music Tallinn
Maria Lume - Flöte | Soo-Young Lee - Klarinette | Talvi Hunt - Klavier | Toomas Hendrik Ellervee - Violine | Talvi Nurgamaa - Bratsche | Paul-Gunnar Loorand - Cello | Madis Jürgens - Kontrabass | Arash Yazdani - musikalische Leitung

Katariin Raska - Torupill

PROGRAMM
Teil 1 - Torupill

William Dougherty (USA) - empty cisterns and exhausted wells (2025)* 
Klaus Lang (AUT) - corium (2025)*
Liisa Hirsch (EST) - Chorus. Immerse. Symmetry (2025)*
Arash Yazdani (EST) - Sherveh (2025)*
Justina Repečkaitė (LIT) - Millefleur (2025)

* commissioned by Ensemble for New Music Tallinn, funded by EvS musikstiftung

Teil 2 - Scrapyard

Arash Yazdani - Romance or something (2024) for 4 MIDI controllers
Jeffrey Arlo Brown - Motion Harmony #6 (2014) for 4 pendulums
Hugo Morales Murguia - Topspin Plasma (2021) for 3 musicians bug-zappers, cymbals and amplification system
Hugo Morales Murguia - 150pF (2012) for body capacitance and amplification system
Hugo Morales Murguia - Propulsion Etude (2014) for 4 jumpers and motion sensitive platforms

Ensemble Neue Musik Tallinn - © Sohvi Viik-Kalluste

Ensemble Neue Musik Tallinn

Vertical Stravinsky

In Musik und Tanz personifiziert Le sacre du printemps seit seiner Uraufführung 1913 den Bruch gängiger Konventionen. Stravinskys eigene zwei-Klaviere-Transkription des zukunftsweisenden Werks erklingt neben La Valse – Ravels musikalischer Revue der im Ersten Weltkrieg zerfallenden Wiener Monarchie und zugleich fantastisch-tödlichen Apotheose des Walzers. Dem gegenüber steht die 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg entstandene Sonate für zwei Klaviere von Paul Hindemith, in deren Recitativo-Teil die Zeilen Of this worldes joie, hou hit goth al to noth einer mittelalterlichen englischen Ballade zu hören sind.
Zwei Tänzerinnen bewegen sich wie schwerelos, an Seilen hängend, öffnen den Raum in die Vertikale. Bild um Bild handeln die Bewegungen und Klänge von den Metamorphosen, zwischen Tod und Wiedergeburt, Vergangenheit und Zukunft.

1. Aufführung
Freitag - 3. Oktober 2025 - 20:00 Uhr

2. Aufführung
Samstag - 4. Oktober 2025 - 20:00 Uhr


BESETZUNG
Rebekka Gather & Laetitia Kohler - Vertical Dance
Kirill Zvegintsov & Leonhard Dering - zwei Klaviere

PROGRAMM

Paul Hindemith - Sonate für zwei Klaviere (1942)

Igor Stravinsky - Le sacre du printemps. Tableaux de la Russie païenne (1913)
I. L’adoration de la Terre
II. Le sacrifice

Maurice Ravel - La Valse – Poème chorégraphique (1906-20)

Nikolai Korndorf: Wiegenlied (1984)

Kirill Zvegintsov & Leonhard Dering © Peter Grün
Rebekka Gather & Laetitia Kohler © Etienne Francey

Hello Darkness

Entführung in immersive Traumwelten:
Das Programm bewegt sich entlang verschiedener Bühnenräume, vereint Uraufführungen neuer Ensemblewerke, zerfließende Ölgemälde, Lichtinstallationen und raumgreifende Skulpturen zu einem multisensorischen Erlebnis. Eine Kissenlandschaft lädt zum Liegen und Träumen ein. Patrick Schäfer behandelt in „Dunkle Mitte“ (2025, UA) die Themen Verlust und Vergänglichkeit, während Sara Cubarsi in „Exvot VI – Melt me heart, my hard be gone“ (2025, UA) das Ende des Verlangens thematisiert. Werke von Anna S. Þorvaldsdóttir und Michael Gordon führen aus der Dunkelheit zurück ins Licht.

BESETZUNG
Broken Frames Syndicate
Lola Rubio - Violine | William Overcash - Violine | Laura Hovestadt - Viola | Nathan Watts - Cello | Katrin Szamatulski - Flöte | Moritz Schneidewendt - Klarinette | Peng-Hui Wang - Fagott | Talvi Hunt - Klavier | Yu-Ling Chiu - Perkussion | Lautaro Mura Fuentealba - musikalische Leitung
Paul Pape - Rauminstallation

PROGRAMM
Sara Cubarsi: Exvot VI – Melt me heart, my hard be gone (2025, UA)
Anna S. Þorvaldsdóttir: Ró (2013)
Patrick Schäfer: Dunkle Mitte (2025, UA)
Michael Gordon: The Light of the dark (2007)

Broken Frames Syndicate - © Peter Redlin

Broken Frames Syndicate - ©Hayrapet Arakelyan

Roots

Die emotionale Kraft der Musik steht im Zentrum: Die Musiker*innen der Kammerphilharmonie Frankfurt laden Sie zu einem tiefen und kollektiven Eintauchen in berührende klangliche Welten ein. Im Zentrum des Programms steht die Suite aus “Der wunderbare Mandarin” von Bela Bartok - ein kraftvolles Werk von äußerster Audrucksstärke. In wechselnden räumlichen Positionen hört das Publikum außerdem Kompositionen von A. Pärt, P. Oliveros, T. Riley und L. Janáček.

BESETZUNG
Kammerphilharmonie Frankfurt
Violine - Karolina Weltrowska, Katharina Sommer-Warnat | Viola - Vaida Rozinskaite | Violoncello - Larissa Nagel | Kontrabass - Nicola Vock | Flöte - Delphine Roche | Klarinette - Jens Singer | Fagott - Michael Kaularzt | Trompete - Peter Harsanyi | Horn - Gyuri Zsovar | Posaune - Vincent Warratz | Schlagzeug - Philipp Strüber | Klavier - Ekaterine Kintsurashvili
Nicolai Bernstein – Leitung & Arrangements

PROGRAMM
Arvo Pärt - Fratres
Terry Riley - In C
Pauline Oliveros - Sonic Meditations
Béla Bartók - Orchestersuite: Der Wunderbare Mandarin
Leoš Janáček - Moravian folk poetry in songs

Kammerphilharmonie Frankfurt — © Enrique Leopardi

Rev(f)erenzen

Reverenz – als Hommage, als Bezug, als Beziehung: nicht zuletzt gegenüber dem vor einem knappen Jahr verstorbenen Komponisten Wolfgang Rihm: Sein intimes Werk „Dyade“ steht im Programm des IEMA-Ensembles 2024/25 neben Arturo Fuentes’ „Space Factory III“, das musikalisch dem Kindlichen nachspürt. Hanurij Lees „Stuff #2“ nimmt hörbar und formal Bezug auf die Barockmusik, während Helen Grimes „Seven Pierrot Miniatures“ an Schönbergs „Pierrot lunaire“ anknüpfen: Auch sie lässt sich von den Gedichten von Albert Giraud inspirieren, ohne sie explizit zu vertonen. Rebecca Saunders verweist mit „Stirrings Still II“ auf Samuel Becketts letztes Werk und verwandelt dessen inneren Monolog in eine fragile, räumliche Klangcollage.

BESETZUNG
IEMA-Ensemble 2024/25
Gabriele Mastrototaro - Flöte | Patrícia Pinheiro - Oboe | Tomás Jesús Ocaña-González - Klarinette | Jiyoon Hyun - Klavier | Ling Zhang - Schlagzeug | Sarah Beth Overcash - Violine | Leonard Melcher - Violine | Albert Kuchinksi - Cello | Begüm Aslan - Kontrabass | Yannick Mayaud - Dirigent | Leh-Qiao Liao - Dirigent

PROGRAMM
Arturo Fuentes: Space Factory III (2011)
Wolfgang Rihm: Dyade (2010)
Hanurij Lee: Stuff #2 (2025)
Rebecca Saunders: Stirrings Still II (2006-08)
Helen Grime: Seven Pierrot Miniatures (2010)

IEMA-Ensemble 2024/25 – © Wonge Bergmann