Modular Landscapes

Im Fokus steht ein Acousmonium – eine orchestral angeordnete Landschaft aus Lautsprechern. Akusmatische Klänge bewegen sich mehrdimensional im Raum, ohne dass sich ihre Quelle identifizieren lässt. Ergänzt durch live-Sets auf Modular-Synthesizern und Field-Recordings bringt das Programm akademisch ausgebildete Komponist:innen und Künstler:innen des elektronischen Undergrounds aus Frankreich und Deutschland zusammen und eröffnet ein immersives Hörerlebnis zwischen Kunstmusik und elektronischer Improvisation.

Modular Landscapes entsteht als Austauschprojekt zwischen den Naxos Hallenkonzerten und dem elektronischen Festival Ondes Croisées in Chalon-sur-Saône, Frankreich – ermöglicht u.a. dank der Förderung des Fonds Impuls neue Musik.

BESETZUNG
Qingqing Teng - Elektronik
Armando Balice - Elektronik
Marc Behrens - Elektronik
Raphaël Languillat - Elektronik
Hsin Hsuan Wu - Schlagzeug
Emma Terno - Tanzperformance

Acousmonium © Juliette Tixier

Ephemeral Fragments

Aus flüchtigen Klangpartikeln, die sich für Sekunden formen und dann wieder zerfallen – wächst dieses Naxos Hallenkonzerts an der Schnittstelle von Komposition, Klangforschung und improvisierter Kammermusik. Zwischen hybriden Farbmischungen, subtilen Geräuschnuancen und berührend melancholischen Momenten, erzeugt das Trio Ephemeral Fragments einen dichten, präzise kontrollierten Gesamtklang, durchsetzt von einzigartigen, solistischen Positionen. Im Dialog kontrastiert dazu ein Live-Set für EMS-Synthesizer der Komponistin Oxana Omelchuk.

BESETZUNG

Ephemeral Fragments
Emily Wittbrodt – Cello
Florian Walter – Tubax, Hechtyphon
Korhan Erel – Elektronik

Oxana Omelchuk – analog-Syntheziser

Ephemeral Fragments  © Niklas Weber
© Oxana Omelchuk

Torupill / Scrapyard

Im 91. Naxos Hallenkonzert debütiert das Ensemble New Music Tallinn (ENMT) in Frankfurt am Main mit der Visitenkarte seiner beiden Gesichter – einerseits dem mit der avantgardistischen zeitgenössischen Musik verbundenen und andererseits dem in der performativen elektronischen Musik experimentierfreudigen:

Teil 1 - Die Sackpfeife Torupill ist für ihren charakteristischen Klang und ihre kulturelle Bedeutung in Estland bekannt. Jede Sackpfeife hat spezifische Intonationen und Klangfarben. Das ENMT hat fünf Komponist:innen mit unterschiedlichen stilistischen Ansätzen zu Mikrointervallen eingeladen, neue
Ensemblewerke zu schreiben, dabei die akustischen und psychoakustischen Eigenschaften zum Einsatz der Torupill zu untersuchen und daneben neue Perspektiven der Kombination mit Mikrointervallen zu entdecken. So entsteht ein avantgardistischer Bezug zum traditionellen Instrument.

Neue Werke für Torupill & Ensemble (2025) von Justina Repeckaite, William Dougherty, Arash Yazdani, Liisa Hirsch und Klaus Lang.

Teil 2 - Das ENMT präsentiert eine besondere Performance: Die Scrapyard-Series wurden 2020 ins Leben gerufen mit dem Ziel, die zeitgenössische Musik mit verschiedenen anderen Medien zu fusionieren, wobei eine Mischung aus DIY, Lo-Fi und klassischer Neuer Musik entsteht. Neben erweiterten Instrumentaltechniken spielen bei der Präsentation choreografische und visuelle Elemente eine zentrale Rolle.

BESETZUNG
Ensemble New Music Tallinn
Maria Lume - Flöte | Soo-Young Lee - Klarinette | Talvi Hunt - Klavier | Toomas Hendrik Ellervee - Violine | Talvi Nurgamaa - Bratsche | Paul-Gunnar Loorand - Cello | Madis Jürgens - Kontrabass | Arash Yazdani - musikalische Leitung

Katariin Raska - Torupill

PROGRAMM
Teil 1 - Torupill

William Dougherty (USA) - empty cisterns and exhausted wells (2025)* 
Klaus Lang (AUT) - corium (2025)*
Liisa Hirsch (EST) - Chorus. Immerse. Symmetry (2025)*
Arash Yazdani (EST) - Sherveh (2025)*
Justina Repečkaitė (LIT) - Millefleur (2025)

* commissioned by Ensemble for New Music Tallinn, funded by EvS musikstiftung

Teil 2 - Scrapyard

Arash Yazdani - Romance or something (2024) for 4 MIDI controllers
Jeffrey Arlo Brown - Motion Harmony #6 (2014) for 4 pendulums
Hugo Morales Murguia - Topspin Plasma (2021) for 3 musicians bug-zappers, cymbals and amplification system
Hugo Morales Murguia - 150pF (2012) for body capacitance and amplification system
Hugo Morales Murguia - Propulsion Etude (2014) for 4 jumpers and motion sensitive platforms

Ensemble Neue Musik Tallinn - © Sohvi Viik-Kalluste

Ensemble Neue Musik Tallinn

Special Edition: WALD

Mit seinen live-Field Recordings entführt uns Lasse-Marc Riek im Frankfurter Stadtwald in die kaum wahrnehmbare Hörsphären zwischen Baumrinde und Wasserinsekten des Jacobiweihers. Die Bioakustik spiegelt sich in Musikwerken des französischen Barocks: Nachtigall, tanzende Bäume und Wasserstrudel erscheinen in Interpretationen des Ensembles La Tirata. Feengleich bewegt sich dazwischen die Tänzerin Britta Schönbrunn, verbindet Mensch und Waldzauber.

Die Künstler*innen wurden im Rahmen des Open Call: WALD der Naxos Hallenkonzerte ausgewählt. Gefördert wird das Projekt vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Anreise
Tram 17 — Station Oberschweinstiege, Treff- & Startpunkt
Auto — Parkplatz Oberschweinstiegschneise

Eintreffen: ab 14:30 Uhr | Kasse schließt: 14:59 Uhr
Beginn: 15:00 Uhr | Ende: bis 16:30 Uhr

BESETZUNG

Ensemble La Tirata
Daja Leevke Hinrichs - Traversflöte & Barockpiccolo
Renate Mundi - Viola da Gamba
Yoshio Takayanagi - Theorbe & Barockgitarre

Lasse-Marc Riek - Soundperformance, Field-Recordings
Britta Schönbrunn
- Tanzperformance

PROGRAMM (La Tirata)

Michel Blavet (1700-1768)
Sonata IV La Lumague

François Couperin (1668-1733)
aus Pièces de Clavecin:
Fanfare pour la suitte de la Diane
La Diane
Rossignol en amour
La Lutine

Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Arie: Diedi il core (Atalanta)

Jean-Henri d’Anglebert (1629-1691)
aus Pièces de Clavecin:
Ritournelle des Fées des Rolland
Dans nos bois

Jean-Baptiste Lully (1632-1687)
arr. Robert de Visée (ca. 1660-1732)
Entrée d'Apollon

Robert de Visée
Chaconne

Marin Marais (1656-1728)
aus Pièces de viole: Les Voix humaines

Nicolas Chedeville le Cadet (1705-1782)
aus Les Deffis ou L´Etude amusante op.9:
La Feé
L´Air de Plaire
Les Tourbillons

Lasse-Marc Riek - Foto © Ralf Hettler
Ensemble La Tirata - Foto © Sebastian Bähring
Britta Schönbrunn - Foto © Atelier ARTenWEISE

Sonic Meditations

Klang und Raum neu gedacht: In einer einzigartigen Verbindung von verstärkter Stimme und Modular-Synthesizer re-interpretieren Maren Schwier und Raphaël Languillat Hildegard von Bingens Gesänge zur „Grünkraft“. Hiervon ausgehend schlägt das Trio Radial einen Bogen bis zu Pauline Oliveros’ Sonic Meditations. Mit Live-Elektronik, einem Acousmonium und einer neuen Komposition des Frankfurter Komponisten Tobias Hagedorn entsteht zwischen heute und dem 12. Jahrhundert ein immersives Klanggewebe.

BESETZUNG

Trio Radial
Shelly Ezra - Klarinette | Ya Chu Yang - Horn | Esther Saladin - Violoncello

Duo Ikona
Maren Schwier - Stimme | Raphaël Languillat - Modular-Synthesizer

Tobias Hagedorn - Spatialisierung (Acousmonium)

PROGRAMM

TRIO RADIAL
Hildegard von Bingen / Arr.: Trio Radial (12. Jhd. | 2025)
Auszüge aus dem Ordo Virtutum

Pauline Oliveros
Sonic Meditation – Variations on Listening (1988)

Tobias Hagedorn
Neues Werk (2025, UA)
again and again - für Kl, Hn, Vc, Elektronik - 2025 - Uraufführung
Kompositionsauftrag der Naxos Hallenkonzerte

Raphaël Languillat
HD 181068 (trinity) für Kl, Hn, Vc, Elektronik (2022/25)

DUO IKONA
Hildegard von Bingen / Raphaël Languillat (12. Jhd. | 2025)
O virga mediatrix
Hodie aperuit
O frondes virga
O quam preciosa
O rubor sanguinis
O viridissima virga

Machautopia | 7 Jahre Naxos Hallenkonzerte

I) Guillaume de Machauts mystische Motetten aus dem 14 Jahrhundert, die Uraufführung eines neuen Vokalsextetts von Anna Korsun und experimentelle Kompositionen von Sebastian Claren stehen im Programm, das die dynamischen Begriffe von Geschlecht und Begehren durch die Linse Michel Foucaults Philosophie betrachtet und davon handelt, wie auch die Musik seit jeher mit Körperlichkeit und Verlangen verbunden ist.

II) Machauts Verständnis von einer bedrohlichen Natur und Wildnis stellen die Overhead-Lichtkünstlerin Katrin Bethge und der Bassist und Producer John Eckhardt eine audiovisuelle Performance organischer wie anorganischer Kräfte gegenüber, die die Lebendigkeit spielerisch vermehrt – Liebe in Zeiten des Verlustes der Biodiversität.

BESETZUNG
KlangForum Heidelberg
Clémence Boullu - Sopran | Julie C. Eggli - Mezzosopran | Mercè Bruguera - Alt | Johannes Mayer - Tenor | Ferdinand Junghänel - Tenor | Florian Drexel - Bass | J. Marc Reichow - Klavier

Ekkehard Windrich - Leitung, Moderation

Katrin Bethge - Overhead Lichtprojektionen
John Eckhardt - Elektronik

PROGRAMM
Guillaume de Machaut (1300-1377)
Motette 2 – Tous corps / De souspirant cuer / Suspiro
Motette 7 – J'ai tant mon / Lasse! Je sui / Ego moriar pro
Motette 9 – Fons totius / O livoris feritas / Fera pessima
Motette 14 – Maugré mon cuer / De ma dolour / Quia amore langueo

Anna Korsun
NEUES WERK für 6 Stimmen (2025 - UA im Rahmen der Naxos Hallenkonzerte)

Sebastian Claren
SEX für Klavier solo (1995-96 - 25’)

Katrin Bethge & John Eckhardt - LEOPARDS & LIONS (ca. 30’)

Schola Heidelberg © Thilo Ross

Electric Birthday - 6 Jahre NHK

Vier elektronische solo Sets zur Feier des sechsjährigen Bestehens der Naxos Hallenkonzerte zeigen das Spektrum an Klangfarben und Möglichkeiten der elektronischen Musik: Interessiert an physikalischen und psychoakustischen Phänomenen enthüllt Nicholas Morrish eine elektronische Welt, die sich über konventionelle Grenzen hinwegsetzen und dazu einlädt, Musik in ihrer reinsten und experimentellsten Form zu erleben. Das Duo Nefeli Galani und Kiara Kay verschmilzt die Klangfarbenpalette von Bratsche und Cello mit Live-Elektronik. Für Marta Zapparoli nutzt die hörbare und unhörbare Klangwelt der elektromagnetischen Strahlungssignalen aus dem Weltraum, VLF (natürliche Radio-Phänomenen) oder Morsezeichen, Luft- und See-Kommunikation als eine unerschöpfliche Informationsquelle, die die Fantasie, Kreativität und das Bewusstsein sowohl der Musikerin als auch des Publikums anregt.

Beats & Clouds

Der Abend beginnt mit einer musikalischen Expedition durch die Kleine Magellansche Wolke. In Raphaël Languillats „SMC (Clouds)“ verschmelzen Cello, Klavier und Elektronik und übertragen verschiedene Parameter des himmlischen Objekts in ein klingendes Szenario. Galina Ustvolskayas „Grand Duet“ kontrastiert dazu als musikalische Wüstenerfahrung – karg und intensiv. Aus den vorgefundenen Texturen flicht Lorica in seinen elektronischen Akzenten neue, organische Klangverbindungen, die er symbiotisch in das Programm fügt.

PROGRAMM
Lorica - Elektronik
Raphaël Languillat - SMC (Clouds) (2023)
Lorica - Elektronik
Galina Ustvolskaya - Grand Duet (1959)
PAUSE — with Lorica - Elektronik
Marco Ramaglia & Iris Werhahn - Van Beat (2021)

kolloid | penumbra

Mit Fokus Percussion begegnen sich im Naxos Hallenkonzert zwei innovative Projekte: Während „Penumbra“ unter Verwendung von Drums, Spinett, Syntheziser und Electronics verschiedene Strömungen und Praktiken in der Klangerzeugung synthetisiert, kombiniert „Mechanical Reproducions“ Musik, Technologie und visuelle Kunst. Beide Projekte finden durch die technologische Erweiterung der menschlichen künstlerischen Möglichkeiten zu einer innovativen Klangsprache und erzeugen an der Schnittstelle zwischen Komposition und Improvisation spannende Fusionen.

Cosmic Birthday – 5 Jahre Naxos Hallenkonzerte

Zum Anlass der Feier ihres 5jährigen Bestehens unternehmen die Naxos Hallenkonzerte einen kosmischen Ausflug: Raphaël Languillat folgt in seiner Komposition ((( RSG ))) (2022) für verstärktes Streichquartett und Effekt-Pedale den letzten Vibrationen eines Red Supergiant Star. Die Kopenhagener Stimmkünstlerin und Komponistin Marcela Lucatelli improvisiert zu Aufnahmen von Weltraumklängen, die während mehrerer NASA-Missionen aufgezeichnet wurden. Die Reiseeindrücke illustriert die Lichtkünstlerin Katrin Bethge live über analoge Overhead-Projektions­bilder, die die Naxoshalle zugleich interstellar ausleuchten. Back to Earth stoßen wir an mit Pétillant Naturel – Weingut Lunkenheimer beim Ambient DJ-Set von outernational.lunki.